Wenn Frau gründet, dann ist oft Sichtbarkeit ihr großes Thema: Sichtbarkeit, die ihr fehlt. Denn vielen Frauen fällt es schwer, sich selbst und ihr Business in den Fokus zu stellen – oft, weil sie meinen, laut oder aufdringlich sein zu müssen und das nicht wollen.
Doch bekannt zu werden, geht auch anders! Man muss nicht laut sein, um aufzufallen. Im Gegenteil! Man muss auffindbar sein.
Du startest gerade dein Business und willst es bekannt machen? In diesem Beitrag erfährst du fünf simple Profi-Tipps: Von Kernbotschaft über Zielgruppe, passende Kanäle, Persönlichkeit bis zu Sichtbarkeits-Routinen. Schritt für Schritt auf deine Weise und mit dem Kunden im Blick.
Das Wichtigste in Kürze:
- Sichtbarkeit ist ein Muss, kein Nice-to-have.
- Kernbotschaft: Dein Business in einem Satz. Damit andere sofort verstehen, was du machst.
- Zielgruppe: Kennen, verstehen, gezielt ansprechen.
- Kanalwahl: Schnittmenge aus deinen Stärken und den Kanälen, auf denen deine Zielgruppe aktiv ist.
- Persönlichkeit & Wiederholung: Zeige deine Individualität und bleibe dran, um im Gedächtnis zu bleiben.
Warum Sichtbarkeit für Gründerinnen kein „Nice-to-have“ ist, sondern ein Must-have
Ganz oft ist es so: Die Idee fürs Business ist großartig. Das Produkt ist toll. Die Gründerin ist leidenschaftlich dabei. Doch trotzdem läuft’s nicht so richtig.
Meistens liegt es nicht am Angebot. Es liegt daran, dass zu Wenige davon wissen. Sichtbarkeit entscheidet darüber, ob dein Business überhaupt eine Chance bekommt. Denn nur was Menschen kennen, können sie auch buchen, kaufen oder weiterempfehlen. Wenn dein Angebot niemand kennt, bleibt es unsichtbar – und damit auch unverkäuflich.
Gerade am Anfang einer Selbstständigkeit entscheidet Bekanntheit darüber, ob Anfragen kommen oder nicht. Wenn dein Business sichtbar ist, passiert genau das, was du dir als Gründerin wünschst: Menschen werden auf dich aufmerksam, melden sich bei dir und werden zu Kundinnen und Kunden. Bleibt dein Business dagegen im Verborgenen, bleibt oft auch das Telefon still.
Ein einfacher Gedanke bringt es auf den Punkt: Was ich nicht kenne, kann ich nicht wollen.
Trotzdem zögern viele Gründerinnen, sich zu zeigen. Typische Gedanken sind zum Beispiel:
- „Ich will nicht so im Mittelpunkt stehen.“
- „Ich weiß gar nicht, was ich erzählen soll.“
- „Social Media ist überhaupt nicht mein Ding.“
Bescheidenheit ist eine Tugend. Besonders wir Frauen haben gelernt, uns eher zurückzunehmen. Doch in der Selbstständigkeit gilt eine andere Regel: Unsichtbar sein ist teuer.
Das Business bekannt zu machen bedeutet nicht, aufdringlich zu sein oder ständig laut. Es geht darum, auffindbar zu sein und dort bekannt, wo es für Dein Business sinnvoll ist. Und das geht, ohne sich verstellen, ohne jeden Trend mitmachen zu müssen.
Genau deshalb ist Sichtbarkeit kein „Nice-to-have“. Sie ist die Grundlage dafür, dass dein Business überhaupt ins Laufen kommt.
Tipp 1
Kenne deine Kernbotschaft, sonst versteht dich niemand
Deine Kernbotschaft ist der eine Satz, der dein Business sofort verständlich macht. Es ist die kurze Antwort auf die Frage: Und, was machst Du? Diese Antwort entscheidet darüber, ob andere sofort verstehen, was du machst, wofür du stehst und welchen Nutzen du bietest.
Je kürzer und präziser du dich und dein Angebot beschreibst, desto besser. Denn umso leichter fällt es deinem Gegenüber, dich und dein Business einzuordnen.
Wenn deine Botschaft zu vage ist, bleibt dein Angebot unklar – und Menschen können dich nicht richtig einordnen oder weiterempfehlen.
Es ist nicht einfach, sein Business in einem Satz zu formulieren. Und das hat gute Gründe: weil man viele Kompetenzen hat, Erfahrungen, die Ausbildung, Weiterbildungen, was auch immer. Und das ist ja auch gut! Expertise entsteht durch Kompetenz. Aber: All das braucht eine Überschrift. Und die resultiert aus deiner glasklaren Positionierung.
Ein einfacher Test:
Was sollen andere über dich sagen, wenn du den Raum verlässt? Du erkennst, ob Deine Positionierung klar ist, wenn andere dich ganz einfach vorstellen können.
Damit das klappt, hilft die „Ich stehe für…“-Formel. Wie lautet dein Business in einem Satz auf den Punkt gebracht? Gehe so vor:
- Ich unterstütze [Zielgruppe] dabei, [Problem] zu lösen, indem ich [Lösung/Methode], damit sie [Ergebnis].
So hast du deine Vorstellung kompakt formuliert und jederzeit den einen Satz parat, der dich und dein Angebot sofort greifbar macht – beim Netzwerken, auf der Website oder bei deinem Elevator Pitch. Genau dieser Satz sorgt dafür, dass andere dein Business sofort verstehen. Das erleichtert dir auch alle weiteren Schritte in Kommunikation und Sichtbarkeit.
Tipp 2
Alle Menschen ist keine Zielgruppe: Definiere deinen Kunden
Eine klar definierte Zielgruppe ist der Schlüssel, um deine Kunden gezielt anzusprechen. Nur wer genau weiß, für wen sein Angebot gedacht ist, kann relevante Botschaften formulieren, die wirklich interessieren. Wer „alle“ anspricht, spricht am Ende meistens niemanden richtig an – und verschenkt Aufmerksamkeit und Energie.
Wer braucht und will dein Angebot? Das ist deine Zielgruppe. Niemand anderer, nicht alle, sondern genau die Menschen, für die dein Produkt wirklich interessant ist.
Wenn das klar ist, kannst du sie gezielt ansprechen. Und erreichst sie wirklich. Dafür musst Du so viel wie möglich über sie wissen. Kenne deine Kunden und verstehe sie:
- Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Probleme, für die dein Angebot die Lösung ist
- Typische Merkmale wie Alter, Beruf, Interessen
- Kanäle und Medien, auf denen sie unterwegs sind
- Sprache und Ausdrucksweise, die sie verstehen und ansprechen
- Suche nach Lösungen, also wann und wo sie nach Angeboten wie deinem suchen
In der Fachsprache nennen wir es Zielgruppenanalyse. Je mehr Informationen du über deine Kunden hast, umso besser kannst du deine Inhalte, Kanäle und Aktionen auf sie abstimmen.
Ein Beispiel:
Ältere Menschen lesen gerne die Tageszeitung. Jüngere informieren sich über Social Media. ARD und ZDF bringen jährlich eine Medienstudie zur Mediennutzung in Deutschland heraus. Sehr lesenswert, wenn es um die Ansprache von Lieblingskunden geht!
Kenntnis der Zielgruppe bedeutet also nicht nur, zu wissen, wer deine Kunden sind, sondern auch, wie du sie genau dort erreichst, wo sie nach Lösungen suchen.
Und hier kommt nochmal die Positionierung ins Spiel. Ist die nicht klar, kannst Du deine Kunden nicht gezielt ansprechen. Denn: Was sollst du ihnen sagen? Wenn Du weißt, wofür Du stehst, kommunizierst du eindeutig und wirst verstanden – auf allen Kanälen: von Website bis Kundengespräch.
Tipp 3
Social Media, Website oder Netzwerk: Entscheide dich für deinen Kanal
Die Möglichkeiten sind so vielfältig. Doch denken Viele nur an Social Media. Aber das ist nur ein Weg, um mit seiner Zielgruppe in Kontakt zu kommen. Und weil die Bandbreite so groß ist, ist es wichtig, genau den richtigen Kanal auszuwählen. Frage dich diese drei Dinge:
- Welcher Kanal ist der richtige für mich selbst?
- Welchen Kanal nutzt meine Zielgruppe?
- Welcher Kanal bildet die Schnittmenge meines Lieblingskanals und dem meiner Zielgruppe?
Sein Business bekannt zu machen, muss sich gut anfühlen. Sonst vergisst man seine Eigen-PR ganz schnell, weil man keine Lust darauf hat. Frage dich auch, was dir liegt: schreiben, reden, gestalten?
Wichtig bei deiner Sichtbarkeit ist, den richtigen Kanal für dich zu finden. Es geht nicht darum, überall präsent zu sein, sondern dort, wo die Zielgruppe ist. Und: Der Kanal muss auch dir liegen! Finde die Schnittmenge zwischen den Kanälen, die du nutzen möchtest, und denen, auf denen deine Zielgruppe aktiv ist. So erreichst du die Menschen, die dein Angebot wirklich interessiert, und bleibst dabei authentisch.
Dafür sind drei Dinge entscheidend:
- Zielgruppenanalyse: Nur wenn du weißt, wo deine Kundinnen und Kunden unterwegs sind, kannst du die richtigen Kanäle wählen.
- Wissen über die Möglichkeiten: Du musst die Kanäle kennen, die Dir zur Verfügung stehen. Die Bandbreite ist groß: von Instagram über Blog bis Netzwerkveranstaltung.
- Deine Vorlieben: Wähle die Kanäle, die zu deiner Persönlichkeit passen. Frage dich: Liegt dir eher Schreiben, Reden, Gestalten oder etwas ganz anderes?
Viele Gründerinnen denken sofort an Social Media – und fühlen sich dabei unsicher oder unwohl. Dabei ist das nur eine von vielen Möglichkeiten, um mit potenziellen Kundinnen und Kunden in Kontakt zu kommen. Dein Business bekannt zu machen, sollte sich gut anfühlen. Wenn du keine Freude an der Eigen-PR hast, verlierst du schnell die Motivation und dein Engagement bleibt aus.
Hier eine Übersicht über die Möglichkeiten der Kommunikationskanäle:
Social Media
Die einzelnen Kanäle unterscheiden sich in ihrer Zielgruppe, ihrem Zweck und ihrem Format: Es gibt die B2C- und B2B-Plattformen, die für die Jüngeren, die für die Älteren, die video-, foto- und textbasierten:
Facebook, Instagram, LinkedIn, Pinterest, Reddit, Snapshat, TikTok, YouTube
Online
Neben den Social-Media-Plattformen gibt es weitere Kanäle, um das Business online sichtbar zu machen:
Website, Blog, Podcast, Shop, Suchmaschinen, Community-Plattformen, E-Mail-Marketing, Messaging
Offline
Wer direkt mit seiner Zielgruppe in Kontakt treten möchte, nicht so gern oder nicht nur online unterwegs sein möchte oder kann, für den gibt es diese Wege:
Netzwerke, Messen, Branchenveranstaltung, Print (Flyer, Broschüren, Plakate, Anzeigen), Direktmarketing (persönliche Briefe, Postwurfsendungen, Katalogversand), Werbemittel
Klassische Medien
Klassische Medien haben eine hohe Reichweite und eigen sich prima, um eine große Masse zu erreichen. Sie haben eine hohe Akzeptanz und sind besonders geeignet, um Vertrauen aufzubauen. Menschen glauben ihnen:
Presse, TV, Radio, Kino, Plakatwerbung
Bei der Fülle an Auswahl ist für jedes Business, für jede Branche, für jede Solopreneurin mit Sicherheit der passende Kanal dabei. Es kann natürlich auch eine Kombination von Kanälen sein.
Aber Achtung: Weniger ist mehr und Fokus muss sein. Denn es ist wichtiger, einen Kanal regelmäßig zu bespielen, als überall und nirgends ein bisschen zu sein. Denn nur die Wiederholung macht das Business bekannt.
Tipp 4
Warum es so wichtig ist, Persönlichkeit zu zeigen
Deine Persönlichkeit ist dein stärkstes Unterscheidungsmerkmal – wir nennen es in unserer Marketingsprache USP. Wer kommuniziert, wie er ist, hebt sich von der Masse ab und bleibt bei anderen im Gedächtnis. Genau das macht dich wiedererkennbar und sorgt dafür, dass Menschen dich und dein Angebot bewusst wahrnehmen.
Gerade in der Selbstständigkeit gilt: Menschen kaufen bei Menschen, nicht bei abstrakten Marken. Deine individuelle Art, deine Werte, dein Ton – all das macht deine Personal Brand aus und hilft dir, dir deinen Platz im Markt zu sichern. Wer sich verstellt oder versucht, allen zu gefallen, geht in der Masse unter.
Zeige dich so, wie du bist, und finde deine eigene Sichtbarkeit: authentisch, ehrlich und echt. Das schafft Vertrauen und Nähe zu deinen Kundinnen und Kunden – die Basis für langfristige Beziehungen und wiederkehrende Aufträge.
Und beachte: Du baust deine Marke auf mit allem, was du tust. Oder eben auch nicht tust. Dazu gehört auch dein Erscheinungsbild wie dein Logo oder dein Name, deine Firmierung, deine Unternehmensfarben, dein Design. Wirklich alles zählt auf Deine Marke ein. Und damit du von Anfang an so wahrgenommen wirst, wie du wahrgenommen werden möchtest, lohnt es, all das mal zu durchdenken.
Tipp 5
Bekannt werden entsteht durch Wiederholung: Dranbleiben zahlt sich aus
Wie bekannt du bist und bleibst, hängt von deiner Beständigkeit ab: Zeige dich regelmäßig. Sichtbarkeit ist keine einmalige Aktion, sondern ein Prozess. Wer kontinuierlich mit seiner Zielgruppe in Kontakt tritt, bleibt im Gedächtnis und wird als verlässlich wahrgenommen. Wer dagegen nur sporadisch sichtbar ist, läuft Gefahr, vergessen zu werden oder andere denken: „Hat sie nichts zu sagen?“ oder „Läuft ihr Business überhaupt noch?“ – und dein Business wird unsichtbar.
Ein einfacher Weg, um dranzubleiben, ist, sich Routinen anzugewöhnen. So sorgst du dafür, dass Sichtbarkeit nicht untergeht, weil alles andere gerade wichtiger scheint. Dazu kann gehören:
- Feste Zeiten in der Woche für Eigen-PR blocken
- Einen kleinen Redaktionsplan für Inhalte erstellest
- Mini-Checkliste für wiederkehrende Sichtbarkeitsschritte (z. B. Posts, Newsletter, Netzwerk-Kontakte)
Mini-Checkliste: Sichtbarkeits-Routinen
| Maßnahme | Ziel | Frequenz | Tipp |
| Feste PR-Zeit blocken | Regelmäßigkeit sichern | 1–2× pro Woche | Plane sie wie jeden anderen wichtigen Termin |
| Redaktionsplan erstellen | Inhalte strukturieren | 1× pro Monat | Plane Posts, Newsletter, Blogartikel oder Netzwerkaktionen |
| Mini-Checkliste nutzen | Überblick behalten | Wöchentlich | Kurze Kontrolle: Was wurde veröffentlicht? Was folgt? |
| Wiederkehrende Formate | Wiedererkennbar werden | Regelmäßig | z. B. wöchentlicher Newsletter, Montagspost, monatlicher Tipp |
| Zielgruppen-Check | Inhalte relevant halten | Alle 2–3 Monate | Stimmen die Inhalte noch mit den Bedürfnissen der Zielgruppe überein? |
Regelmäßigkeit zahlt sich aus: Sichtbarkeit entsteht nicht durch Lautstärke. Es reicht nicht aus, einmal laut zu rufen. Sichtbarkeit entsteht durch Wiederholung. Sei verlässlich präsent und dein Business wird bekannt, Anfragen kommen, du wirst als Expertin wahrgenommen.
FAQs:
Welche Vorteile habe ich, wenn ich von Anfang an sichtbar bin?
Sichtbarkeit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass ein neues Business überhaupt ins Laufen kommt. Du wirst gefunden, knüpfst Kontakte, bekommst Anfragen und Aufträge.
Wie finde ich meine Kernbotschaft?
Nutze die „Ich stehe für …“-Formel: Ich unterstütze [Zielgruppe] dabei, [Problem] zu lösen, indem ich [Lösung/Methode] anbiete, damit sie [Ergebnis] erreichen. So formulierst du dein Business klar und verständlich in einem Satz.
Warum ist es wichtig, eine Zielgruppe zu definieren?
Nur wenn du weißt, wer deine Kundinnen und Kunden sind, kannst du für sie relevante Inhalte erstellen, die richtigen Kanäle nutzen und deine Botschaften gezielt platzieren. „Alle“ anzusprechen, führt meist zu geringer Wirkung.
Muss ich auf allen Kanälen sichtbar sein?
Nein! Wähle die Kanäle, die dir liegen und wo deine Zielgruppe aktiv ist. Bist du auf zu vielen Kanälen, bist Du überall und nirgends. Fokussiere dich, damit deine Inhalte auch ankommen und nicht verpuffen, weil sie halbherzig sind.
Wie kann ich meine Persönlichkeit zeigen, ohne aufdringlich zu wirken?
Zeige, wie du bist mit den Werten, die dir wichtig sind, in deinem Ton und Stil. Sei echt und mache nicht das, was vermeintlich alle machen. Weiß um Deine Expertise, tritt selbstsicher auf und das dort, wo dein Produkt deine Zielgruppe trifft.
Wie bleibe ich langfristig sichtbar?
Plane feste Zeiten für deine Eigen-PR, nutze Redaktionspläne und Routinen, überprüfe regelmäßig, ob Inhalte noch passen. Dann bleibst du im Gedächtnis und baust kontinuierlich Vertrauen auf. Vertrauen ist die Basis. Denn Menschen kaufen von Menschen.
Über die Autorin
Denise Brücker ist studierte PR-Beraterin mit über 20 Jahren Erfahrung im Job. Nach ihrer Zeit als Teamleiterin in einer der ältesten PR-Agenturen des Landes gründete sie ihre eigene Beratung und hat sich auf Sichtbarkeit für Gründerinnen spezialisiert. Sie zeigt Solo-Selbstständigen, wie sie die PR-Methoden großer Unternehmen für ihr kleines Business nutzen können und sichtbar werden, ohne ständig auf Social Media aktiv sein zu müssen. Sie ist Mentorin in einem Female-Mentoring-Programm und Autorin und schreibt darüber, wie Gründerinnen ihr Business bekannt machen.





